Ein Ticket, ein ganzes Land
Das Deutschlandticket gilt bundesweit im gesamten Nahverkehr: S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn, Bus, Regionalbahn und Regional-Express. Für Ausflüge bedeutet das eine kleine Revolution – die Fahrt kostet nichts extra, egal ob du zwei Stationen weit fährst oder vier Stunden ans Meer. Nicht enthalten sind Fernverkehrszüge wie IC, EC und ICE sowie Fernbusse; wer das Ticket ausreizen will, plant deshalb über Regionalzüge.
Genau da beginnt das Problem: Wenn plötzlich alles im Nahverkehr erreichbar ist, wird die Auswahl unübersichtlich. Die meisten fahren dann doch wieder in dieselbe Stadt wie beim letzten Mal. Dieses Rad setzt genau dort an: Alle zehn Ziele lassen sich mit deinem Ticket erreichen, du musst dich nur noch für eines entscheiden – und diese Entscheidung übernimmt das Rad in einer Sekunde.
Die zehn Regionen und was dich dort erwartet
Auf dem Rad stehen Regionen statt einzelner Bahnhöfe, weil sich die schönsten Tage meist aus zwei benachbarten Orten zusammensetzen. Sobald das Ergebnis feststeht, weißt du ungefähr, wie der Tag aussieht:
- Ostsee · Lübeck & Travemünde: Altstadt mit Holstentor und Marzipan, danach mit der Bahn weiter an den Strand. Der Klassiker für alle im Norden.
- Nordsee · Cuxhaven: Wattenmeer, Kugelbake und Seeluft. Achte auf die Gezeiten – bei Ebbe beginnt die geführte Wattwanderung.
- Harz · Goslar & Wernigerode: Fachwerk, Welterbe-Bergwerk und Wanderwege. Die Schmalspurbahn zum Brocken gehört allerdings nicht zum Ticket.
- Rheintal · Koblenz & Bacharach: Deutsches Eck, Burgen am Hang und Weinorte, die sich per Regionalbahn aneinanderreihen lassen.
- Mosel · Cochem: Reichsburg über der Flussschleife, Weinberge und ein Ort, der sich an einem Nachmittag ablaufen lässt.
- Bodensee · Konstanz & Lindau: Seepromenade, Blick auf die Alpen und mit der Fähre schnell auf die andere Seite.
- Schwarzwald · Freiburg & Titisee: Bächle in der Altstadt, danach mit der Höllentalbahn hinauf zum See.
- Sächsische Schweiz · Rathen & Bad Schandau: Bastei, Elbsandstein und schmale Felswege – mit der S-Bahn ab Dresden erreichbar.
- Spreewald · Lübbenau: Kahnfahrt durch die Fließe, Gurken direkt vom Hof und flache Radwege zwischen den Dörfern.
- Ruhrgebiet · Zeche Zollverein & Landschaftspark: Industriekultur als Welterbe, abends beleuchtete Hochöfen – ein Ausflug, der bei jedem Wetter funktioniert.
Wer das Rad wofür dreht
Das Werkzeug ist nicht nur etwas für Reisende von außerhalb, sondern für alle, die feststellen: „Wir fahren jedes Wochenende an denselben Ort.“
- Studierende und alle mit knappem Budget: Der Ausflug kostet nichts über das Ticket hinaus. Ob nah oder weit, der Preis bleibt gleich.
- Neu zugezogen: Dreh jedes Wochenende einmal und streiche das besuchte Ziel danach von der Liste. Nach ein paar Monaten kennst du deine Region.
- Paare und Freundeskreise: Das ewige „Entscheide du“ – „Nein, entscheide du“ hat ein Ende. Alle Ziele haben dasselbe Segment, also gibt es hinterher keine Diskussion.
- Fotografie: Wenn dir die eigene Umgebung ausgeht, liefert das Rad jedes Mal eine andere Textur: Elbsandstein, Hochofen, Wattenmeer und Weinberg liegen alle auf derselben Liste.
- Familien mit Kindern: Zugfahren ist für Kinder oft schon das halbe Erlebnis – ohne Stau und Parkplatzsuche. Spreewald, Cuxhaven und der Landschaftspark funktionieren dafür besonders gut.
Die Liste an deinen Wohnort anpassen
Die zehn Ziele decken bewusst ganz Deutschland ab. Je nachdem, wo du wohnst, sind einige davon eine Tagesreise wert und andere schlicht zu weit – vier Stunden Regionalbahn pro Richtung sind mit dem Deutschlandticket zwar möglich, aber selten erholsam.
Über das Bearbeiten-Feld neben dem Rad passt du die Liste deshalb an deinen Radius an. Wer in München wohnt, ergänzt Tegernsee, Starnberger See, Salzburg-nahe Ziele oder das Allgäu. Von Berlin aus bieten sich Rheinsberg, Buckow, Brandenburg an der Havel und Stralsund an, von Köln aus die Eifel, das Bergische Land oder Aachen. Und ein Trick hält das Rad langfristig interessant: Streiche jedes besuchte Ziel und ergänze ein neues – so wird aus dem Rad eine Ausflugsliste, die nie leer läuft.
Vom Ergebnis zum fertigen Tag
Das Ziel steht – jetzt kommt die Planung. Schau als Erstes die Verbindung nach. Regionalzüge fahren am Wochenende oft seltener, und auf manchen Strecken zählt vor allem die letzte Rückfahrt am Abend. Plane sie ein, bevor du losfährst, und rechne bei Umstiegen etwas Puffer ein: Auf Nebenstrecken kostet ein verpasster Anschluss schnell eine ganze Stunde.
Der zweite Schritt ist das Essen. Wenn du auch dabei unentschlossen bist, führ die Kette einfach fort und überlass die Wahl dem Rad „Was soll ich essen?“. Und wenn am Abend die Frage aufkommt, ob ihr noch bleibt oder heimfahrt, klärt das Ja-oder-Nein-Rad das in zwei Sekunden.
Der dritte Schritt ist das Timing. An der Küste und an den Seen lohnt es sich, den Sonnenuntergang mitzunehmen; in Altstädten wie Goslar, Lübeck oder Cochem ist der frühe Vormittag am ruhigsten. Prüfe außerdem das Wetter: Bastei und Wattenmeer sind bei Regen kein Vergnügen, das Ruhrgebiet und die Museen in Lübeck dagegen schon. Drei Dinge gehören in jedem Fall in den Rucksack – Wasser, ein Ladekabel und bequeme Schuhe. Die Bahn bringt dich hin, der Rest ist Gehen.